70 Kilometer Kabel als Fundament der SINN.CITY

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Wer an Baustelle denkt, denkt an Beton, Kräne und schwere Maschinen. Was man nicht sieht: Das, was am Ende alles zum Laufen bringt. In der SINN.CITY sind es rund 70.000 Meter Kabel, die für Strom, Licht, Daten und Steuerung sorgen, verlegt in Wänden, Decken, Schächten und unter der Erde. Was später selbstverständlich funktioniert, ist in der Bauphase Millimeterarbeit.

In der SINN.CITY wird nichts dem Zufall überlassen. Jeder Meter Kabel ist Teil eines ausgeklügelten Systems, das CAR WASH, GEARHEADS, TANKEN.HEIZEN, STORAGE, kaff. und Markthalle verbindet. Das ganze Kabelnetz ist quasi ein unsichtbares Rückgrat, auf dem alles aufbaut.

Eine Zahl mit Dimensionen

70 Kilometer. Eine Zahl, die du schnell mal liest und oft erst im nächsten Moment merkst, wie unendlich weit und groß diese Zahl ist.

70 Kilometer ist wie…

  • einmal mit dem Rennrad rund um den Wilden Kaiser
  • von Kirchdorf nach Salzburg oder von Kufstein nach Innsbruck
  • die gesamten Kitzbüheler Alpen von Wörgl bis Mittersill

Genau diese Länge an Kabeln wurde bereits in der SINN.CITY verlegt.

Diese Kabel transportieren Strom, Daten, Steuerimpulse und Licht. Sie verbinden Technikräume mit Ladestationen, Schaltschränke mit Maschinen, Sensoren mit Steuerungen. Alles läuft im Hintergrund, nichts davon ist sichtbar – doch ist es genau dieses Netzwerk, das in Zukunft alles zusammenhält.

Planung, die alles zusammenhält

Hinter jedem Lichtschalter, jeder Ladesäule und jedem Steuerungssystem steht ein klarer Plan. Verantwortlich dafür ist Klaus Gschnaller, Chef von Elektro Lechner aus Fieberbrunn. Er kennt das Projekt bis ins kleinste Detail und sorgt dafür, dass aus Ideen funktionierende Technik wird.

Seine Arbeit beginnt lange, bevor das erste Kabel verlegt wird. Gemeinsam mit Bauherren, Architekten und anderen Fachbetrieben – alle aus der Region – entwickelt er ein technisches Gesamtkonzept, das alle Anforderungen vereint. Jedes Kabel, jede Leitung, jede Verbindung ist exakt geplant und dokumentiert – nichts geschieht zufällig.

Dabei geht es um weit mehr als „nur“ Strom. Auch Datenleitungen, Steuerimpulse, Lichtführung und Sicherheit müssen perfekt zusammenspielen. Mehrere Gebäude, unterschiedliche Nutzungen, hohe Anschlussleistungen und enge Zeitpläne machen die Aufgabe komplex. Klaus Gschnaller denkt das System im Ganzen und setzt es mit seinem Team präzise um.

„Die größte Herausforderung ist sicherlich, dass das Gesamtkonzept passt. Dass der Ladepark passt, dass die Werkstatt passt, dass das alles zusammenpasst. Da geht’s um Koordination, Schnittstellen, Planung, das Ganze auch mit der E-Mobilität und mit der Steuerung zusammenzubringen“, erklärt Klaus Gschnaller.

Klaus Gschnaller von RedZac Lechner in Fieberbrunn.

Stromversorgung in neuen Größenordnungen

Ein Projekt wie SINN.CITY braucht ein Next Level an Stromversorgung. Statt üblicher Hausanschlüsse wurden zwei eigene Trafostationen installiert. Eine versorgt ausschließlich die Hochleistungs-Ladestationen im Ladepark. Die zweite deckt den restlichen Energiebedarf von CAR WASH, der Werkstatt GEARHEADS und des gesamten Technik- und Steuerungsbereichs.

In der SINN.CITY läuft vieles gleichzeitig und alles braucht Energie. Während nebenan ein Auto durch die CAR WASH fährt, schwebt der Ford Mustang in der GEARHEADS-Werkstatt mit der Hebebühne nach oben. E-Fahrzeuge laden, die Heizung hält alle Räume angenehm warm, Kühlung sorgt für konstante Bedingungen und im Hintergrund steuert ein digitales System jeden Ablauf.

Damit dieses Zusammenspiel nicht ins Stocken gerät, braucht es Kapazitäten, auf die wir uns jederzeit verlassen können. Es braucht eine Infrastruktur, die mitdenkt, mitwächst und auch dann stabil bleibt, wenn die Anforderungen am höchsten sind. Genau deshalb sind Planung, Leistung und Sicherheit hier nicht „nice to have“, sondern die Grundlage dafür, dass die SINN.CITY zuverlässig funktioniert.

So sieht Elektrotechnik auf der Baustelle wirklich aus

Wer mit Andi vom Lechner-Elektro-Team spricht, bekommt einen direkten Einblick in die Realität auf der Baustelle. Er ist als Obermonteur für die gesamte elektrische Verlegung zuständig und kennt jede Leitung, die auf dem Gelände der SINN.CITY eingebaut wird.

„An einem guten Tag schaffen wir 2 bis 3 komplette Trassen. Bei passenden Bedingungen können das bis zu 1.000 Meter Kabel sein“, erklärt Andi. Wie viel tatsächlich verlegt werden kann, hängt stark davon ab, ob die Leitungen eingezogen, frei verlegt oder in Beton eingebettet werden. Zudem variiert der Aufwand je nach Kabeltyp. Neben feinen Datenleitungen müssen auch schwere Zuleitungen mit einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern verarbeitet werden.

Auf der Baustelle ist kein Tag wie der andere. Schwere Kabeltrommeln werden bewegt, gedreht und am Ende millimetergenau an ihren Platz gebracht. Jede Trasse muss sitzen, weil später alles davon abhängt: Funktion, Sicherheit und ein reibungsloser Betrieb.

Und dann ist da noch das Wetter. Regen, Frost oder Hitze machen aus Routine schnell eine echte Herausforderung. Genau in diesen Momenten zeigt sich, was ein starkes Team ausmacht: Ruhe bewahren, flexibel bleiben und trotzdem präzise arbeiten.

Ordnung im Unsichtbaren

Was später mit einem Knopfdruck funktioniert, beginnt mit einem präzise durchdachten System. In der SINN.CITY sind sämtliche technischen Abläufe von Anfang an auf Effizienz, Kontrolle und Erweiterbarkeit ausgelegt.

Herzstück dieser Struktur sind die zentralen Technikräume mit ihren Verteilerschränken und dem Niederspannungshauptverteiler.

Alle Stromkreise, Steuerleitungen und Datenverbindungen laufen hier zusammen. Jede einzelne Verbindung ist dokumentiert, jeder Schrank ist beschriftet, jede Funktion ist im Plan vermerkt. Dadurch kann die gesamte Anlage nicht nur effizient betrieben, sondern auch jederzeit nachvollziehbar gewartet werden.

Über digitale Visualisierungen lassen sich die wichtigsten Funktionen zentral steuern. Dazu gehören unter anderem die Heizungs- und Lüftungssysteme, die Beleuchtung, die Sicherheits- und Brandmeldetechnik sowie die EDV-Vernetzung. Die gesamte Steuerung wurde so aufgebaut, dass sie für das Betreiberteam intuitiv bedienbar und gleichzeitig hochprofessionell auswertbar ist.

Heute für morgen gedacht

Die SINN.CITY bereitet sich bereits heute auf die Anforderungen von morgen vor. In der gesamten technischen Infrastruktur steckt die Möglichkeit zur weiteren Optimierung. Das beginnt bei den Leerrohren für eine spätere Photovoltaikanlage und reicht bis zu den vorgesehenen Schnittstellen für Batteriespeicher und unterbrechungsfreie Stromversorgung.

Alle technischen Systeme wurden so geplant, dass sie sich intelligent erweitern und vernetzen lassen. Energieflüsse können erfasst, analysiert und aktiv gesteuert werden. Die Grundlage dafür ist bereits gelegt. Die Energieversorgung ist dadurch nicht nur leistungsstark, sondern auch nachhaltig gedacht.

Energieeffizienz ist kein Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil der Gesamtstrategie. In der SINN.CITY wird Strom nicht nur verbraucht, sondern nachhaltig produziert und bewusst gesteuert. Für die Umwelt, für die Wirtschaftlichkeit und für die Sicherheit des laufenden Betriebs.

Am Ende sieht man davon nichts. Die Kabel verschwinden im Boden, in Schächten und hinter Wänden. Keine Leitung ist sichtbar, keine Technik steht im Vordergrund. Doch genau diese unsichtbare Struktur macht das Erlebnis SINN.CITY erst möglich. Ohne Technik kein Komfort, kein Erlebnis, keine Zukunft und keine SINN.CITY.

Und genau das schaffen wir gemeinsam mit Partnern aus der Region, weil Vertrauen, kurze Wege und echtes Handwerk hier den Unterschied machen. Weil man sich kennt, zusammenhält und anpackt. Für ein Projekt, das nicht nur heute funktioniert, sondern auch morgen.

👉 Bleib dran und verfolge das SINN.CITY-Bau-Logbuch – es bleibt spannend!